Erste Eindrücke von Ghana – Reiseblogger Interview

Unsere ersten paar Wochen in Ghana waren wild. Jedes Mal, wenn wir unsere Wohnung verlassen und auf die Straße gehen, ist es ein Abenteuer. Selbst ein ganz normaler Gang zum Supermarkt ist in der Regel eine Odyssee voller bizarrer Sehenswürdigkeiten, neuer Freunde und mindestens zehn Geschichten, von denen ich jedem zu Hause erzählen möchte. Wir sind auf jeden Fall lange genug hier, um einige gute erste Eindrücke zu sammeln, und wenn wir in den kommenden Monaten weiter durch das Land reisen, wird es interessant sein zu sehen, wie sich diese entwickeln.

Ghana – Reiseblogger Interview

Ghana Reiseblogger Interview

Am Einprägsamsten

Mike: Unser Besuch in der Jamestown Gbekekii Schule, wo uns die Kinder mit ihrem fröhlichen und ausgelassenen Chaos überrumpelten. Während unserer Zeit dort haben wir so viele verschiedene Emotionen gespürt: Traurigkeit über den Zustand der Schule, Hoffnung durch den Lernwillen der Kinder, Frustration durch die Bedingungen, unter denen sie arbeiten, und Inspiration durch die Lehrer, die trotz so vieler Widrigkeiten weiterkämpfen. Es war eine Erfahrung, die wir nie vergessen werden.

Jürgen: Das erste Mal einen Fuß in ein Land südlich der Sahara zu setzen, wird sich für immer in mein Gehirn einbrennen. Allein der Spaziergang durch unsere Nachbarschaft an unserem ersten Abend hat mich sehr beeindruckt: die Menschen, die Gerüche, das Essen und der Verkehr. Es war überwältigend und wunderbar zugleich.

Das Essen

Mike: Für mich geht nichts über Red-Red, ein Gericht aus schwarzäugigen Erbsen, die in rotem Palmöl gekocht, mit Zwiebeln und Knoblauch gewürzt und meist mit etwas Gari (gemahlene Maniokwurzel) überbacken werden. Man kann es zu Fisch oder Huhn servieren, aber am liebsten esse ich es mit gebratenen Kochbananen.

Jürgen: Ich liebe Gari Fortor. Es ist geschmacklich ähnlich wie einige andere Gerichte. Aber dieses mag ich besonders, weil es so schön anzusehen ist. Es besteht aus gemahlenen Maniokwurzeln mit Gewürzen und Zwiebeln und wird oft in eine Form gepresst und dann auf einen Teller gestürzt und mit Spiegelei, Gemüse und Pastete garniert.

Am Überraschendsten

Mike: Es ist furchtbar, das zu sagen, aber ich war sehr überrascht, wie sicher ich mich in Ghana gefühlt habe. Da ich noch nie in Afrika war, hatte ich nur negative Geschichten gehört… das sind die, die unsere Medien in Europa und den USA zu verbreiten pflegen. Gewalt, AIDS, Kriege, Hungersnöte, Putsche usw. Das ist so ziemlich alles, was man uns über Afrika erzählt. Die Tatsache, dass Ghana sicher war, war also eine Überraschung. Tatsächlich fühle ich mich hier nachts wesentlich sicherer als in den USA!

Jürgen: Die Umweltverschmutzung, und damit meine ich nicht die Einheimischen, sondern die Industrie, die all das Plastik verkauft, ohne eine ökologische Lösung für das Recycling oder die Beseitigung des nicht kompostierbaren Mülls anzubieten. Noch schlimmer aber ist die Scham, die ich empfand, als ich von den Green eWaste“-Programmen erfuhr, die Länder wie Deutschland betreiben, die ihre elektronischen Geräte recyceln“, indem sie sie in Ghana entsorgen. Doch dazu später mehr.

Das Lustigste/Ungewöhnlichste

Mike: Ich habe eine lange Liste, aber das Seltsamste ist für mich die Neigung der Ghanaer, einfach überall hinzupinkeln, direkt vor den Augen der Leute. Es macht ihnen nichts aus. Nacktheit im Allgemeinen scheint kein Tabu zu sein, und ich habe in nur wenigen Wochen zu viele (Körper) Teile gesehen, um sie zu zählen. Es ist mir eigentlich egal, aber es ist schon verrückt, einem Typen gegenüberzustehen, der buchstäblich ein paar Meter entfernt ist, und … ja. Ich sehe, was du da tust! Viel Spaß, und einen schönen Tag!

Jürgen: Nicht so sehr „lustig“, aber niedlich… Ein paar Mal hat mich ein kleines Kind aus einiger Entfernung entdeckt. DieAugen leuchten auf, und es rannte direkt auf mich zu und umarmte meine Beine aus vollem Herzen. Dann rennen es wieder weg. Das ist verwirrend, aber ich weiß es zu schätzen!

Wie teuer (Skala von 1 – 10)

Mike: 3. Ghana kann superbillig sein, aber das ist nicht immer der Fall. Es scheint zwei Preisklassen zu geben, und ich denke, das liegt daran, dass die Leute entweder ziemlich arm oder sehr wohlhabend sind, es gibt fast keine Mittelklasse. So kann man auf der Straße ein komplettes Mittagessen für 0,80 $ bekommen und dann direkt in ein klimatisiertes Café gehen, wo ein Kaffee über 4 $ kosten kann. Es scheint alles darauf ausgelegt zu sein, die Menschen nach Klassen zu trennen.

Jürgen: 4. Abgesehen von der Unterkunft ist alles sehr günstig. Erst recht, wenn man so isst und reist wie die Einheimischen. Dinge wie Co-Working-Plätze sind merkwürdigerweise sehr teuer, teurer als zu Hause.

Menschen aus Ghana sind…

Mike: Das Wort, auf das ich immer wieder zurückkomme, wenn ich neue Ghanaer kennenlerne, ist „cool“. Die Menschen hier sind einfach so cool… sie sind freundlich und einladend, aber keineswegs unterwürfig oder kriecherisch gegenüber Ausländern. Sie sind einfach normal: nett im Gespräch, interessant und lustig. Außerdem ist ihnen die Rasse so egal, dass es fast unglaublich ist.

Jürgen: Unglaublich freundlich und hilfsbereit. Wir haben noch nie so viele nette Menschen in so kurzer Zeit kennengelernt und so viele interessante Gespräche mit Einheimischen geführt. Sie sind zum Beispiel total hilfsbereit, wenn es um die Wegbeschreibung geht.

Ghana in drei Wörtern

Mike: Einladend, Erheiternd, Anregend

Jürgen: Fufu, Kirche, Kokosnüsse

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